{"id":4494,"date":"2025-02-11T06:33:11","date_gmt":"2025-02-11T06:33:11","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.kueferweg.ch\/?p=4494"},"modified":"2025-02-11T06:44:42","modified_gmt":"2025-02-11T06:44:42","slug":"blick-billig-bio","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kueferweg.ch\/?p=4494","title":{"rendered":"Blick: Billig Bio"},"content":{"rendered":"\n<p><a href=\"https:\/\/www.blick.ch\/wirtschaft\/konkurrenz-fuer-discounter-migros-und-coop-lancieren-billig-bio-ganz-still-und-leise-id20569530.html\">https:\/\/www.blick.ch\/wirtschaft\/konkurrenz-fuer-discounter-migros-und-coop-lancieren-billig-bio-ganz-still-und-leise-id20569530.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Konkurrenz f\u00fcr Discounter<br \/>Migros und Coop lancieren Billig-Bio \u2013 ganz still und leise<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bei den Grossverteilern sind immer mehr billige Bioprodukte zu finden.Die hiesigen Platzhirsche m\u00fcssen sich gegen die Discounter wehren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Bio im Gestell liegt, gehen bei Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten Herz und Portemonnaie auf. Mit j\u00e4hrlichen Pro-Kopf-Ausgaben von 454 Franken liegen die hiesigen Shopper auf dem ersten Platz der internationalen Biohitliste. Die Schweiz, ein einig Volk von Biokonsumenten \u2013 das ist die eine Seite der Medaille. Die R\u00fcckseite: Bio geht ins Geld. Gem\u00e4ss dem Bundesamt f\u00fcr Landwirtschaft (BLW) ist ein Warenkorb mit Bioprodukten durchschnittlich 56,4 Prozent teurer als einer mit herk\u00f6mmlichen R\u00fcebli, Eiern und Salatk\u00f6pfen. Vor allem Bioprodukte, die mit dem Schweizer Knospe-Label ausgezeichnet sind und damit f\u00fcr h\u00f6chste Anspr\u00fcche stehen, sind f\u00fcr Menschen, die aufs Geld achten m\u00fcssen, oft unerschwinglich. Ob die Biopr\u00e4mie von \u00fcber 50 Prozent haupts\u00e4chlich den h\u00f6heren Produktionskosten oder den \u00fcberh\u00f6hten Margen der Grossverteiler geschuldet ist, wird leidenschaftlich debattiert. Was klar ist: L\u00e4ngst nicht alle, die gerne m\u00f6chten, k\u00f6nnen sich Bio leisten.<br \/>Alnatura Schweiz bedient sich einer deutschen Billigmarke. Dass sie mit ihren hochpreisigen Bioangeboten nicht alle Kundinnen erreichen, wissen auch die Grossverteiler Coop und Migros \u2013 und beginnen nun, preisg\u00fcnstigere Bioprodukte anzubieten. Solche, die nicht mit der Knospe versehen sind und nicht immer aus der Schweiz stammen.<br \/><br \/>Das zeigt sich bei der deutschen Biosupermarktkette Alnatura, deren 25 Schweizer Filialen von der Genossenschaft Migros Z\u00fcrich (GMZ) per Lizenzvertrag gef\u00fchrt werden. Anfang 2025 hat Alnatura in der Schweiz die deutsche Billigbiomarke Prima ins Sortiment genommen, wie eine GMZ-Sprecherin best\u00e4tigt: \u00abDie Alnatura-Prima!-Produkte sind seit Anfang Januar in allen 25 Alnatura-Biosuperm\u00e4rkten in der Schweiz erh\u00e4ltlich. Das Sortiment reicht von Apfelsaft bis Vollkornmehl und umfasst 25 Grundprodukte.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p>In den deutschen Alnatura-M\u00e4rkten ist das Prima!-Sortiment aktuell doppelt so gross. Zum Grund f\u00fcr die Einf\u00fchrung der deutschen Billigmarke \u2013 quasi das M-Budget der Bioprodukte \u2013 heisst es bei der GMZ: \u00abBio soll f\u00fcr alle Kundinnen und Kunden, die sich nachhaltig ern\u00e4hren m\u00f6chten, erschwinglich sein, unabh\u00e4ngig von ihrem Budget.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p>In den Migros-Superm\u00e4rkten sind zwar vielerorts Alnatura-Produkte erh\u00e4ltlich, die Preiseinstiegsmarke Prima! soll dort aber nicht angeboten werden. Doch auch in den L\u00e4den des orangen Riesen achtet man st\u00e4rker darauf, mit Bioprodukten preislich bei den Leuten zu bleiben. Immer \u00f6fter prangen die neuen gelb-schwarzen \u00abTiefpreis\u00bb-Etiketten auch auf Bioprodukten, wie eine Migros-Sprecherin best\u00e4tigt. \u00abUns ist es wichtig, dass wir auch im Biosortiment Tiefpreisartikel anbieten k\u00f6nnen. Wir erg\u00e4nzen unser Tiefpreissortiment kontinuierlich, gleichzeitig unterliegt es saisonalen Schwankungen, weshalb wir keine konkrete Zahl nennen k\u00f6nnen.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p>Biopionier Coop wiederum f\u00fchrte im Februar 2024 still und leise die Billigbiolinie Bio 365 ein Was zun\u00e4chst mit Kaffeekapseln und Eiern begann, ist aktuell auf 39 Produkte angewachsen. In ein bis zwei Jahren will Coop f\u00fcnfzig bis sechzig solcher Billigbioprodukte anbieten, die grosso modo 30 Prozent g\u00fcnstiger sind als Knospe-Produkte.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen\u00fcber dem herk\u00f6mmlichen Bioangebot machen f\u00fcnfzig Biotiefflieger zwar nur einen kleinen Anteil aus. Aber es zeigt, dass sich der Basler Grossverteiler auch um die Kundschaft aus tieferen Einkommensschichten k\u00fcmmern will. Ein Coop-Sprecher sagt: \u00abUnser umfassendes Biosortiment, das auf \u00fcber 4000 Knospe-Artikeln fusst, wird dadurch mit ausgew\u00e4hlten Artikeln erg\u00e4nzt und bietet unseren Kundinnen und Kunden eine breite Auswahl.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p>Reaktion auf die Biorally der Discounter<br \/>Dass sich die Grossverteiler vermehrt um ein, wie es bei Alnatura heisst, \u00abBasissortiment zur Vollversorgung f\u00fcr den budgetlimitierten Kunden in bester Bioqualit\u00e4t mit Genuss\u00bb k\u00fcmmern, hat auch mit der gefr\u00e4ssigen Konkurrenz zu tun. Aldi Suisse und Lidl Schweiz, die beide das Schweizer-Knospen-Label nicht nutzen (d\u00fcrfen), haben in den letzten Jahren ihr Biosortiment stark ausgebaut.<\/p>\n\n\n\n<p>Lidl Schweiz meldet, dass im Standardsortiment von rund 2000 Produkten \u00fcber 350 Produkte in Bioqualit\u00e4t gef\u00fchrt werden. Bei mehr als 130 Bioprodukten habe man letztes Jahr den Preis gesenkt. \u00c4hnlich Bio-bullish klingt es bei der Medienstelle von Aldi Suisse: \u00abWir f\u00fchrten 2024 in unserem Sortiment rund 350 Bioartikel \u2013 das entspricht einer Zunahme von \u00fcber 17 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr.\u00bb Und, als kleiner Seitenhieb an die Grossverteiler, die mit dem Biogewinnler-Generalverdacht leben m\u00fcssen: \u00abEs liegt in unserer DNA, dass wir Kostenvorteile, wo sie entstehen, an unsere Kundschaft weitergeben. So ist es uns m\u00f6glich, unsere Bioprodukte rund 30 Prozent g\u00fcnstiger anzubieten als vergleichbare Knospe-Produkte der Mitbewerber.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcher als in der Schweiz mussten sich in Deutschland Biofachm\u00e4rkte und Biosuperm\u00e4rkte mit billigen Bioeigenmarken gegen die Biorally von Lidl und Aldi wehren. Das passiere jetzt auch in der Schweiz, sagt Nordal Cavadini, Handelsexperte bei der Unternehmensberatung Alixpartners in Z\u00fcrich. \u00abDie etablierten Fachh\u00e4ndler und Superm\u00e4rkte m\u00fcssen auf das antworten, was die Discounter tun und noch st\u00e4rker tun werden: die Besetzung der Biokompetenz.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p>Bio Suisse geht bei Billigbio leer aus<br \/>Bei Bio Suisse verfolgt man die Entwicklung am unteren Rand des Biopreisbands mit gemischten Gef\u00fchlen. Der Schweizer Biodachverband lebt von Lizenzgeb\u00fchren, die vom Handel und von vorgelagerten Stufen f\u00fcr die Verwendung des Knospen-Labels entrichtet werden. Im Falle von g\u00fcnstigen EU-Bioimportprodukten fallen diese Einnahmen weg. Aktuell sehe man die Sache eher positiv, sagt ein Sprecher: \u00abIm Sinne eines Einstiegs in den Biomarkt sind solche Billigprodukte begr\u00fcssenswert. Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter kommen die Konsumenten zur Bio-Knospe.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p>Damit verbunden ist wohl auch die Hoffnung, dass Coop und Migros ihre Biotiefpreise nicht allzu offensiv bewerben und nicht allzu viele neue solche Produkte ohne Knospe in die Gestelle bringen. Aktuell jedenfalls sieht man Billigprodukte wie Prima! und Bio 365 bei Bio Suisse nicht als Konkurrenz zu Knospe-Produkten: \u00abWir sind ja weit weg von Vollsortimenten.\u00bb F\u00fcr den Moment mag das stimmen. Aber da wird wohl noch mehr kommen. Coop etwa kann mit seiner Marke Bio 365 noch in alle Richtungen weiterwachsen, wie ein Blick ins Markenregister zeigt. Neben den \u00fcblichen Lebensmittelproduktkategorien k\u00f6nnen die Basler den Billigbiobrand auch f\u00fcr Hundesnacks, Vogelfutter, Katzenstreu, Raucherartikel, Bier und weitere alkoholische Getr\u00e4nke verwenden. Wenn der preisliche Druck im Biokessel steigt, d\u00fcrfte auch die Migros vermehrt mit dem gelb-schwarzen Tiefpreisstempel im Biosortiment ausr\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<p>Kannibalisierung nicht ausgeschlossen<br \/>Als strategischen Schnellschuss sieht Nordal Cavadini solche Biotiefpreis-Taucherei nicht: \u00abDas ist keine Verzweiflungstat, sondern eine geeignete Massnahme, um eine offene Flanke zu st\u00e4rken.\u00bb Nat\u00fcrlich w\u00fcrden die neuen Tiefpreisangebote die bestehenden Angebote zum Teil kannibalisieren, aber man m\u00fcsse etwas tun, sonst verliere man manche Biokundinnen und &#8211; kunden. Oder kurz: \u00abBesser sich selbst kannibalisieren, als von anderen kannibalisiert zu werden.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>https:\/\/www.blick.ch\/wirtschaft\/konkurrenz-fuer-discounter-migros-und-coop-lancieren-billig-bio-ganz-still-und-leise-id20569530.html Konkurrenz f\u00fcr DiscounterMigros und Coop lancieren Billig-Bio \u2013 ganz still und leise Bei den Grossverteilern sind immer mehr billige Bioprodukte zu finden.Die hiesigen Platzhirsche m\u00fcssen sich gegen die Discounter wehren. Wenn Bio im Gestell liegt, gehen bei Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten Herz und Portemonnaie auf. 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